Morgendlicher Kopfschmerz – Gründe und Ursachen

Du hast morgendliche Spannungskopfschmerzen oder sogar Druck im Kopf? Du fühlst Dich gerädert und kannst nicht klar denken? Das hören wir nicht selten in der Praxis. Jeder dritte Kopfschmerz wird mit morgendlichen Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Dem Ganzen wollen wir hier mal weiter auf den Grund gehen.

Wenn man mit Kollegen oder Kolleginnen beim ersten Kaffee am Morgen im Nebensatz über seine täglich wiederkehrenden Kopfschmerzen redet, muss man sich meistens immer die gleichen, weit verbreiteten Floskeln anhören. Der Klassiker: Du hast wohl eine falsche Matratze oder nicht das richtige Kissen. Pauschal ist dieses Thema jedoch nicht so einfach zu beantworten bzw. das Problem der morgendlichen Kopfschmerzen zu lösen.

Wir alle sind unterschiedlich – und das ist auch gut so!

Jeder Mensch hat eine andere Statik und steht unter anderen externen Einflüssen wie zum Beispiel im Beruf. So sind wir alle unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt und diese werden von jedem von uns unterschiedlich wahrgenommen. Eine pauschale Empfehlung gibt es also nicht.

Aber schauen wir uns die Faktoren an, die in den häufigsten Fällen in direktem Zusammenhang mit morgendlichem Kopfschmerz stehen und welche wir positiv beeinflussen können.

Ursachen von morgendlichem Kopfschmerz – was kannst du dagegen tun?

Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, sind ergonomisch geformte Kissen in vielerlei Munde. Und das zu Recht. Durch sinnvoll ergonomisch geformte Kissen kann verhindert werden, dass die Halswirbelsäule komprimiert wird oder in ein so genanntes Überstreckungsmuster verfällt. Die Belastung auf Schulter- und Nackenmuskulatur wird so also abgeschwächt.

Gerade die Nackenmuskulatur wird geschont, die bei Überstreckungsmustern durch hohe Anspannung die Fehlstatik zu kompensieren versucht. Durch die richtige Positionierung der Halswirbelsäule können wir vermeiden, dass Nerven oder Gefäße abgedrückt werden. Das Resultat: Wir verhindern eine Steifheit des Nackens am Morgen und eliminieren dadurch eine typische Ursache von morgendlichen Kopfschmerzen.

Gibt es auch andere Ursachen, die zu morgendlichen Kopfschmerzen führen können?

In der Tat und jetzt wird es spannend!

Was tun wir nachts? Schlafen! Gewöhnlich in der Horizontalen: Wir liegen auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch. In einer aufrechten Position hat es unser Körper durch die Schwerkraft sehr leicht, das verbrauchte venöse Blut aus dem Schädel bis zum Herz zu leiten. Dies geschieht durch die große Vena vertebralis. Im Liegen funktioniert dies jedoch nicht. Genau hier kommt eine ganz bestimme Vene ins Spiel, die es wirklich in sich hat: die Vena jugularis. Sie übernimmt für genau diesen Fall diese Funktion und schafft es, ca. 80% des venösen Blutes ausschließlich in der Horizontalen aus dem Schädel zu leiten.

Diese Vene verläuft durch eine Öffnung, die Foramen jugulare, in der hinteren Schädelgrube und mündet in eine große Halsvene, die das venöse Blut Richtung Herz führt.

Nun kommen wir zu dem Problem:

Unser Alltag wird gerade durch unseren Beruf sehr stark bestimmt und beeinflusst. Häufiges Sitzen sowie die immer gleichen Bewegungs- und Haltungsmuster wiederholen sich jeden Tag. Der Körper bekommt dadurch Stress und zieht sich zusammen. So wird eine Art Schutzreflex und Kompensation aktiviert. Das wiederum führt zu Gelenkblockaden und bewirkt überschüssige Spannungen im Bewegungsapparat. Diese Blockaden und die erhöhten Spannungen finden wir verstärkt im Bereich der oberen Halswirbelsäule – ein typisches Phänomen, das wir auch in der Praxis beobachten: Bis zu 90% aller Kopfschmerz-Patienten haben Blockaden und hohe Spannungszustände in den oberen Halswirbelgelenken.

Die Folge: Die Formanen jugulare oder eher das sie umgebende fasziale Gewebe ist mit dieser überschüssigen Spannung belastet. Dadurch wird die Vena jugularis abgedrückt, sodass sie nicht mehr vollständig in der Lage ist, das venöse Blut konsequent aus dem Schädel zu transportieren. Es kommt zu einem Stau und das Blut „versackt“ in der hinteren Schädelgrube. Da wir uns nachts unverändert in der Horizontalen befinden, kann sich dieser Stau weiter aufbauen und somit im gesamten hinteren Schädelbereich zirkulieren. Die Folge ist ein morgendlicher Kopfschmerz.

Stehen wir morgens nun auf und gehen ein paar Schritte, übernimmt schlagartig die Vena vertebralis ihre Funktion. Sie transportiert dann das venöse Blut wieder schnell aus dem Schädel und die Kopfschmerzen verschwinden.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr aktiv gegen Eure Blockaden und Verspannungen im Körper vorgeht, um auch den morgendlichen Kopfschmerzen direkt vorbeugen zu können.