Orthopädische Frauenkrankheiten aus osteopathischer Sicht

29. September 2019

Orthopädische Frauenkrankheiten aus osteopathischer Sicht

Was passiert wirklich, wenn wir uns triggern?

Ich möchte wissen, was ich wirklich habe! Diese Frage stellen wir uns täglich, wenn uns Schmerzen im Alltag begleiten. Zusammen mit dem überregionalen Fachblatt „Welt“, gehen wir insbesondere auf Frauenkrankheiten ein.

DER INNERE KNIESCHMERZ

TMX Gründer, Physiotherapeut und Osteopath Thomas Marx erklärt, wie der „innere Knieschmerz“ nach oder während dem Laufen zu Stande kommt. „Mein Knie schmerzt seit längerem an der Innenseite, sogar manchmal unter der Kniescheibe“ Das hört man nicht selten, wenn Frauen im Alter zwischen 15-45 Jahren mit diesen Symptomen zu mir in die Praxis kommen. Dieses Schmerzbild wird schulmedizinisch gerne als „Chondropathia patallae“ bezeichnet. Quasi eine mit Schmerzen einhergehende Erkrankung der Rückseite der Kniescheibe. Man spricht auch gerne von einer Art „Erweichung des Knorpels, eine sog. "Malazie“. Nicht nur jüngere Frauen leiden unter diesem Syndrom, tatsächlich auch Frauen bis 45 Jahren kommen mit diesen Symptomen in die Praxis. Der nächste Schritt wäre eine schulmedizinische Untersuchung, u.a. der Beweglichkeit und zu guter Letzt eine bildgebende Diagnostik, wie z.B. ein Röntgenbild. Zusammenfassend möchte man herausfinden, ob tatsächlich eine Knorpelschaden bzw. eine Erweichung vorliegt.

OSTEOPATHISCH EINE ANDERE BETRACHTUNGSWEISE

Wie kommt es aus osteopathischer Sicht zu diesem Krankheitsbild, worunter überwiegend Frauen leiden? Wie kann man mit dem TMX original dagegen angehen bzw. wie kann der TMX helfen? Wie bereits erwähnt, tritt dieses Syndrom hauptsächlich bei jüngeren Frauen auf. Das Phänomen liegt darin, dass jüngere Frauen sich in der gynäkologischen Entwicklung befinden. Heißt, dass sie auf dem Wege sind eine erwachsene Frau zu werden.

Anatomisch erklärt man das folgendermaßen: Im Innern des Beckens, quasi im Unterbauchbereich, im sog. „kleinen Becken“ befinden sich 3 hintereinanderliegende Organe. Diese Organe sind die Blase, die Gebärmutter und das Rektum (letzter Teil des Dickdarms). Diese 3 Organe sind mit einer festen Faszienschicht umhüllt und miteinander verbunden. Diese Faszie nennt man „Faszie von Delbet“. Kommt es zur monatlichen Menstruation in der Reifephase zwischen 15 und 25 Jahren, durchlebt die Gebärmutter (Uterus) einige Entwicklung bzw. Reifestadien. Man kann sagen, es ist viel Bewegung im Spiel. Durch ständige Veränderungen der Gebärmutter und menstruell bedingte Veränderungen an der Gebärmutter kommt es zu einem Spannungsaufbau innerhalb der Gebärmutter aber auch in den umliegenden Faszien wie erwähn (in der Faszie von Delbet).

Nun kommt ein besonderer Nerv ins Spiel. Der Nervus obturatorius!´. Dieser Nerv kommt aus der Lendenwirbelsäule und zieht seitlich an den Eierstöcken vorbei. Hier kann es zur ersten negativen Stimulation kommen, wenn die Gebärmutter bzw. die Eierstöcke eine hohe Spannung aufweisen. Der Nerv verlässt das Becken durch den Canalis obturatorius (Öffnung oberhalb des Sitzbeines), der von einer myofaszialen “Membrana obturatoria“ (Schicht) ausgebildet ist. Hier kann es zur zweiten negativen Stimulation des Nerves kommen. Bei älteren Frauen kann diese Membran, wo der Nerv hindurchläuft, gestresst bzw. angespannt sein, weil die Gebärmutter ein Aufhängeproblem bekommt. Sie sackt regelrecht ab und der Nerv wird komprimiert.

Um das Rätsel nun aufzulösen bedarf es dem Wissen, dass der Nervus obturatorius zum einen die Adduktoren (Muskulatur der Innenseite des Oberschenkels) mit Strom innerviert. Diese Muskeln setzen zum Teil am Innenbereich des Kniegelenks an. Kommt es zu o.g. Stresssituation, bekommen die Adduktoren Spannung und ziehen an der Innenseite des Kniegelenks, es kommt zu Schmerz. Zum anderen innerviert der Nervus obturatorius Teile des inneren Knies. Wird der Nerv negativ stimuliert durch o.g. Ursachen, löst dieser Nerv den Schmerz an der Innenseite des Kniegelenks aus. Somit kommen wir auf das Ergebnis, dass wir ganzheitlicher denken müssen, um eine Vielzahl von Krankheitssyndromen zu erkennen bzw. verstehen zu lernen, um sie besser und nachhaltiger behandeln zu können. Dieses Krankheitsbild nennt man das „Romberg-Kniephänomen“.

WAS KANN ICH GEGEN DIESES PHÄNOMÄN TUN?

Es ist zu empfehlen, neben einem Orthopäden einen Osteopathen aufzusuchen, der die Spannung aus dem „kleinen Becken“ löst. Meist muss man das knöcherne Becken, das sog. Iliosacralgelenk, zu Deutsch „Kreuzdarmbeingelenk“ statisch richten. Anschließend die Gebärmutter checken und das Foramen obturatorium wie oben erwähnt behandeln. Um sich akut, schnell helfen zu können, empfehlen wir das Konzept von TMX Trigger. TMX ist der physiotherapeutische Daumen. Durch die Akupressur-Methode die durch den TMX Trigger ausgelöst wird, kann man sich selbst, ganz einfach und gefahrenfrei, seine muskulären Verspannungen entgegenwirken. TMX macht den Unterschied aus. Wir kennen Tennisbälle, Lacrossbälle oder Golfbälle die wir für kleinere Weh-Wehchen benutzt haben. Dieser Reiz ist aus biomechanischen Gründen zu oberflächig. Um das Gewebe bzw. die Verspannung lösen zu können, brauchen wir einen tiefliegenden, punktuellen und langanhaltenden Druck.

IN 3 SCHRITTEN ZUM FREIEN MUSKEL

Ich empfehle Ihnen eine fasziale-muskuläre Kette aneinander folgenden Muskeln zu triggern, um sich die erhöhte Spannung bis zu Innenbereich des Kniegelenks herunter zu fahren.

1. Step: Triggern der Lendenwirbelsäule

Liegend oder stehend den TMX auf der Schmerzstelle im Bereich der Lendenwirbelsäulenmuskulatur positionieren und triggern. Deinen Kopf kannst du auf einem Kissen ablegen. Liegend ziehe deine Beine an und rotiere sie abwechselnd nach links und rechts, um deine verspannte Muskulatur unter dem Druck des TMX zu mobilisieren. Zum Schluss lege dich in eine Drehdehnlagerung.

2. Step: Triggern des Gesäßes

Liegend oder sitzend den TMX punktuell auf die Schmerzstelle im Bereich des Gesäßes positionieren, langsam auf den TMX sinken und triggern. Hebe deinen Oberschenkel an und lege ihn wieder auf den Boden, um deine verspannte Muskulatur unter dem Druck des TMX zu mobilisieren. Zum Schluss dehne deine Gesäßmuskulatur.

3. Step: Triggern der Adduktoren (Innenbereich des Oberschenkels)


4. Step: Triggern direkt an der Schmerzstelle am Kniegelenk

Liegend auf den Boden. Nimm z.B. Bücher oder einen kleinen Klotz, um den TMX ein wenig zu erhöhen. Positioniere das Bein, das getriggert werden soll, mit deinem Schmerzpunkt exakt auf dem TMX. Hebe deinen Fuß in Richtung Decke, damit machst du eine Innenrotation deiner Hüfte. Durch die Mobilisation kannst du den Ansatz adäquat durchbluten. Zum Schluss dehne deine Adduktoren.

Mit unserer Methode „Triggern – Mobilisieren – Dehnen“ bekommst du jede Verspannung in den Griff. Um einen verspannten Muskel optimal zu lösen, braucht das Gewebe genau diese 3 Schritte. Durch das Triggern kannst du die überschüssige Spannung aus dem Muskel pressen. Die Mobilisierung während des Triggerns sorgt dafür, dass du der Struktur physiologische Bewegungsreize zurückgibst. Durch die Dehnung bekommt das verspannte Gewebe seine Länge zurück und sorgt für einen zusätzlichen Spannungsabfall. Wiederhole diese 3 er Methode bis zu 3 min so oft wie du möchtest und gehe zu deinen nächsten Schmerzpunkt bzw. Bereich über, den du behandeln möchtest.

PUBLIKATION IN DER ZEITUNG "WELT"

Die Zeitung "Welt" ein Interview über dieses Thema mit Thomas Marx geführt, welches am 27.09.2019 in einem Sonderheft veröffentlicht wurde.

Thomas Marx
Erfinder und Gründer TMX Trigger
Physiotherapeut und Osteopath in eigener Praxis in Köln