Es "ziept und zwickt" in der Leiste – Habe ich einen Leistenbruch?

Ein paar Fakten

Zwischen unserem Unterleib, der Hüfte und dem Oberschenkel liegt die Leistenregion. Umgangssprachlich salopp als „Leiste“ bezeichnet, ist dies der untere seitliche Teil unserer Bauchwand.
Eigentlich findet in der Leistengegend, verglichen mit anderen Körperteilen, eher wenig Bewegung statt. Dennoch ist das Gewebe im Leistenbereich statistisch gesehen eine Sollbruchstelle, denn mehr als 200.000 Mal im Jahr operieren Chirurgen diese Schwachstelle, die einem Leistenbruch (Hernia inguinalis) den Weg bahnt. Damit gehören die Operationen von Leistenbrüchen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in Deutschland.
Interessant ist, dass Männer etwa acht- bis neunmal so häufig einen Leistenbruch erleiden wie Frauen. „Klar,“ werdet ihr jetzt denken, „der Mann, als Kavalier, hebt und trägt auch häufiger schwere Sachen!“
Der Hauptgrund aber liegt in der Anatomie des Mannes begründet!
Bei Säuglingen treten angeborene Leistenbrüche recht häufig auf. Treten Leistenbrüche aber erst im Erwachsenenalter auf, bezeichnet man sie als „erworbene" Leistenbrüche.

Was sind die Ursachen für erworbene Leistenbrüche?

Eine der häufigsten Verursacher von Leistenschmerzen ist Übergewicht.

Durch vermehrte Fettressourcen, die sich im Unterbauchbereich ansammeln, entsteht enormer Druck und Zug Richtung Boden. Heißt, „der dicke Bierbauch“ ist schuld. Diese Zugkraft, die nach vorne unten verläuft, zieht im Inneren unseres Körpers massiv an den Aufhänge-Bändern der inneren Organe z.B. an der Aufhängung des Darms.

Erhöht sich dieser Zug stetig, bekommen wir in der Folge Spannungen im Bereich des Bauchfells, welches, salopp gesagt, als eine Hülle unsere Organe zusammenhält. Zuviel Zug führt dazu, dass das Bauchfell an bestimmten Stellen reißt. Die Folge: Eine „Hernia inguinalis“ – ein Leistenbruch.

Durch das entstehende Loch („Hernia“) bohren sich die dahinterliegenden Darmschlingen. Dies führt zu einer tastbaren Schwellung in der Leiste, die sich meist nach innen wegdrücken lässt. Das fühlbare Ergebnis ist dann der Schmerzzustand, der „ziept, zwickt und zwackt“ und in Richtung Leistengegend zieht.

Aber auch Menschen mit anderen Risikofaktoren sind gefährdet, einen sogenannten „Leistenbruch“ zu erwerben. Dazu zählen z.B. häufige und heftige Druckbelastungen wie Niesen, Husten, Pressen beim Stuhlgang, Heben schwerer Lasten und chronischer Husten (bei COPD oder Rauchern), oder auch ein degeneratives Bindegewebe kann ein Faktor sein.

Wie erkenne ich, dass ich einen Leistenbruch habe? Wann sollte ich zum Arzt gehen?

In Ruhezuständen und während man liegt lassen die Leistenbruch-Symptome nach. Habt ihr also nur im Liegen oder in der Nacht verstärkt Schmerzen in der Leistengegend, handelt es sich in der Regel nicht um einen Leistenbruch. Stattdessen kann zum Beispiel eine Hüftgelenks- oder Muskelerkrankung dahinterstecken.

In seltenen Fällen werden bei einem Leistenbruch Teile der Eingeweide (z. B. Darmschlingen) eingeklemmt. Diese werden dann nicht mehr ausreichend durchblutet und können absterben. Die Symptome bei einem Leistenbruch mit Einklemmung sind daher deutlich intensiver und äußern sich durch:

  • Starke Schmerzen
  • Rötungen der betreffenden Stelle
  • Übelkeit und Erbrechen

Wenn ihr derartige Symptome zeigt, bitte sofort einen Arzt alarmieren. Es drohen Darmverschluss (Ileus) und eine gefährliche Bauchfellentzündung! Fieber, Kreislaufstörungen, unnatürliche Schläfrigkeit, Verwirrtheit sowie Herzrasen können ebenfalls auftreten. Im schlimmsten Fall folgt eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis).

Das hört sich dramatisch an - kann ich präventiv etwas dagegen tun?

Die gute Botschaft ist – Ja, das kannst Du! Eine gesunde Ernährung und die damit verbundene alltägliche Bewegung machen mehr als 50% der Prävention aus. Versuche auf Dein Gewicht zu achten und halte Deine Gelenke im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Beckens und der Hüfte geschmeidig.

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