Unsere Organe und ihr Einfluss auf den Bewegungsapparat

Reden wir nicht lange um den heißen Brei: JA, zweifellos haben die Organe Einfluss auf unseren Bewegungsapparat!

Unsere Organe müssen funktionieren!

Spricht man in der Fachsprache von „der Welt der Organe“, so spricht man vom viszeralen System. Für unseren Körper ist dieses System lebensnotwendig, denn wenn die Organe nicht (richtig) funktionieren – das ist kein Geheimnis – sieht es schlecht für uns aus.

Wir möchten in diesem Artikel aber nicht speziell auf mögliche Organdysfunktionen eingehen, sondern vielmehr aufzeigen, WIE bestimmte Organe Einfluss auf unseren Bewegungsapparat nehmen können: So kann unser Magen beispielsweise unsere Schulterbewegung beeinflussen, der Darm kann großen Einfluss auf die Beweglichkeit unserer Lendenwirbelsäule haben. Verrückt, oder?!

Bewegung ist das oberste Gebot

Wie in nahezu allen Bereichen, die unseren Bewegungsapparat betreffen, so ist auch bei unseren Organen Bewegung das A und O. Die Organe müssen sich bewegen können!

Allgemeinhin unterscheidet man drei Typen der viszeralen, also der „organischen“, Bewegung:

  • MOBILITÄT: Bewegung, die das Organ selbst ausführt
  • MOTILITÄT: Die Eigenbewegung des Organs
  • MOTRIZITÄT: Passive Verlagerung von Organen zu- und voneinander durch die Motorik des Bewegungsapparates (z.B. Neigung des Oberkörpers nach links bedeutet Verlagerung aller Organe in die rechte Körperhälfte)

Kommt es zu einer Störung in einem der drei Bereiche, sind viszerale Dysfunktionen, und demzufolge Krankheit, vorprogrammiert.

Faszien – auch ein Thema bei unseren Organen

Jedes Organ ist von einer faszialen Hülle umgeben, die das Organ schützt und mit anderen Faszien verbindet. Darüber hinaus sind unsere inneren Organe – bildlich gesprochen – durch bändergeführte „Aufhängungen“ in unser Körpersystem eingefasst. Schauen wir uns als Beispiel nun einmal den Dünndarm an, der ein fasziales „Aufhängungsproblem“ hat. Dieses sorgt dafür, dass im Unterbauchbereich hohe innere Drucke entstehen. Diese Drucke wiederum können Ursache von zirkulatorischen Störungen im Bereich der Hüfte bzw. Beckenregion sein. Überdies wirkt sich dieser enorme fasziale Zug negativ auf den Bereich der Lendenwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule selbst aus. Die Faszien des Dünndarms ziehen regelrecht an der inneren myofaszialen Rumpfwand. Die Konsequenz: Rückenschmerzen!

Was also tun, organ-bedingten Rückenschmerzen vorzubeugen?

Beispiel „Aufhängungsproblem Dünndarm“, das sich in LWS-Schmerzen äußert

Tipp 1: Mobilisation der LWS und des Iliosakral-Gelenks (ISG)

Lege Dich auf den Rücken und platziere eine Pilatesrolle unter Deinem Rücken (knapp unterhalb des Hosenbundes). Hebe die Knie nun etwa 90° an und bewege diese langsam nach vorne und nach hinten. Nicht zu weit, denn es soll lediglich eine kleine Beugung in der LWS stattfinden. Zur Mobilisation des ISG, unser Kreuzbein-Darm-Gelenk, bewegst Du die angewinkelten Beine entweder von links nach rechts, in kreisenden Bewegungen oder in Form einer Acht.

Zusätzlich können die Unterleibsorgane angehoben werden: Lege hierzu Deine Hände zu einem „V“ zusammen und platziere sie knapp oberhalb des Schambeines. Durch die Bewegung der Beine nach oben können die Organe entsprechend angehoben und entlastet werden.

Tipp2: „Grand Manoeuvre“

Lege Dich auf den Rücken und platziere beide Hände mit den Innenflächen links und rechts unter den Unterbauch. Entlaste nun den Unterbauch, indem Du diesen vollständig in Richtung Kopf schiebst. Die fasziale Dünndarmaufhängung wird somit entlastet und das wiederum wirkt sich positiv auf die LWS aus.

Tipp 3: Triggern mit dem TMX® PARA

Trigger Deine Brustwirbelsäule (BWS) mit dem PARA. Lege Dich hierzu vorsichtig auf den PARA – beachte, dass die Wirbelsäule sich zwischen den Triggerköpfen befindet! Das Triggern der BWS beeinflusst die Organe reflektorisch und schafft entsprechend Abhilfe bei Beschwerden.

FAZIT

Organische Bewegungsstörungen in und um unsere Organe verursachen eine Verkettung von Spannungslinien und enorme myofasziale Züge, die sich z.B. in Form von Rückenschmerzen offenbaren. Daher ist es wichtig, dass auch die Organe in Bewegung bleiben und wir diese Bewegung unterstützen!

 

 

 Autor:

Thomas Marx

Gründer TMX Trigger GmbH

Physiotherapeut, Osteopath, Heilpraktiker, Säuglingsosteopath in eigener Praxis

Dozent an der SFO